Öffnungszeiten werktags 08:00-16:00 Uhr, Termine nach Vereinbarung
06351/3993410
praxis@psybere.de

Masturbation – wenn Scham bei der eigenen Körperliebe entsteht

Tina Reinhardt

Masturbation – wenn Scham bei der eigenen Körperliebe entsteht

Masturbation und Selbstbefriedigung sollten keine Scham hervorrufen

Die eigene Sexualität ist etwas Normales. Genau diesen Satz kann man in den digitalen Medien und auf Beratungs-Blogs immer wieder lesen. Die Aussage hat Bestand, denn exakt diese Worte sollte man als Frau oder als Mann verinnerlichen. Es wird in den Medien sehr oft über sexuelle Selbstbefriedigung und Masturbation gesprochen. Ob in der TV-Werbung oder in diversen Zeitschriften, die Masturbation ist ein gesellschaftliches Thema. Trotzdem löst das Verlangen nach der eigenen Lust bei vielen Scham aus.

Tabuthema Masturbation – Pssst, darüber spricht man nicht

Die Masturbation ist ein Tabuthema, obwohl die Gesellschaft doch immer wieder betont, wie offen sie geworden ist. In vielen Aspekten stimmt das auch. Vor 20 Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ein Hersteller für Erotikspielzeug Werbungsendungen zeigen darf.

Über das Thema Selbstbefriedigung spricht man aber trotzdem nicht. Das liegt zum einen daran, dass es sich um ein persönliches Thema handelt. Man möchte dem Postboten nicht von seinem intimen Lustmoment berichten. Zum anderen kann es aber auch an der Scham liegen, die viele entwickeln, wenn es um die Selbstbefriedigung geht.

Wieso Menschen Scham beim Thema Masturbation entwickeln

Wie sieht es bei Ihnen aus, sprechen Sie offen mit dem Partner oder dem besten Freund über Selbstbefriedigung? Ich vermute, es ist nicht der Fall. Die Scham, welche die meisten Menschen beim Thema Masturbation entwickeln, entsteht, weil Sie denken, Sie täten etwas Verbotenes. In der Gesellschaft ist es immer noch als verboten und verdorben angesehen, wenn man den eigenen Körper liebt.

Vielleicht liegt der Schlüssel bei Ihnen auch in der Kindheit. Die meisten bekommen mahnende Worte, wenn sie über sexuelle Aktivitäten sprechen. Es ist verpönt, so etwas in der Öffentlichkeit anzusprechen. Eventuell kann bei Ihnen aber auch die Wurzel der Scham in der Vergangenheit liegen. Wurden Sie eventuell als Teenager beim Masturbieren von den Eltern oder den Geschwistern erwischt? Eine peinliche Situation, die meist im späteren Leben Auswirkungen wie das Schamgefühl mit sich bringt.

Warum die Masturbation so wichtig für die Entwicklung ist

Die Selbstbefriedigung ist bedeutsam, denn sie bietet dem Körper und dem Geist viele Vorteile. Diese positiven Effekte hat die Masturbation:

  1. Happy Day: Die Selbstbefriedigung bringt gute Laune. Sollten Sie also mal einen schlechten Tag erwischt haben, dann nichts wie zur Selbstgönnung. Beim Höhepunkt wird das Hormon Oxytocin ausgestoßen, welches auch als Glückshormon bekannt ist und gute Laune verschafft.
  2. Lindert Schmerzen: Laut einigen Untersuchungen kann der Höhepunkt als schmerzlindernd angesehen werden. Verschiedene Neurotransmitter sollen dabei geblockt werden, die sonst für das Schmerzempfinden zuständig sind. Masturbation kann also ein gutes Mittel gegen Kopfweh sein.
  3. Man lernt sich selber kennen: Orgasmusprobleme beim Mann und bei der Frau sind häufiger vorhanden als gedacht. Durch die Selbstbefriedigung können Sie den eigenen Körper kennenlernen und sich gezielt dem Höhepunkt zuwenden. Für Männer bietet die Masturbation noch einen weiteren Vorteil. Sie können lernen den Orgasmus hinauszuzögern, um mehr Ausdauer zu erhalten.
  4. Stärkt das Immunsystem: Bei der Solo-Nummer werden jede Menge Hormone ausgeschüttet, die nicht nur die Stimmung aufhellen, sondern auch das Immunsystem stärken.
  5. Schlafprobleme werden vermindert: Auch dieses Thema ist bereits mehrfach wissenschaftlich untersucht worden. Durch die Selbstbefriedigung wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, was wiederum beim Einschlafen behilflich ist.

Es beginnt bereits im Teenageralter

Der Wunsch, den eigenen Körper kennenzulernen, beginnt bereits im Teenageralter. Diesem besonderen Erlebnis sollte man nachgehen können, ohne sich dafür schämen zu müssen. Als Eltern ist es wichtig sich genau auf diesen Fokus einzulassen. Natürlich braucht das eigene Kind seine Privatsphäre. Es sollte jedoch nicht mehr für Verwunderung sorgen, wenn die Tochter oder der Sohn die Zimmertür verschließt oder unter der Dusche etwas länger verweilt. Sexualität ist etwas Wundervolles und sollte auch von Ihnen so anerkannt werden. Gerne stehe ich Ihnen beratend zur Seite, wenn Sie unsicher sind, wie sie mit der beginnenden Sexualität Ihres Teenagers umgehen sollen.

Speed Tipps- Wie werde ich sexuell offener

Sexuelle Offenheit gehört mit zum Entwicklungsprozess, wenn man beginnt, sich selber zu lieben. Aus diesem Grund hier drei schnelle Tipps für mehr Offenheit:

  1. Lernen Sie sich selbst zu akzeptieren: Schauen Sie sich im Spiegel an und richten Sie Ihren Fokus nicht auf die unperfekten Dinge, sondern auf das, was Sie an sich selber toll finden.
  2. Entdecken Sie die eigenen Bedürfnisse: Was wollten Sie schon immer mal ausprobieren? Finden Sie etwas besonders anregend? Beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen.
  3. Fangen Sie an, über Sex zu sprechen: Versuchen Sie das Thema nicht als Tabu anzusehen. Sprechen Sie mit dem Partner über die sexuellen Probleme, Wünsche und Emotionen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.