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Ausgangsbeschränkung – wenn Nähe zum Problem wird

Tina Reinhardt

Ausgangsbeschränkung – wenn Nähe zum Problem wird

Corona führt zu aufgezwungener Gemeinschaft

Durch bestehende Corona-Maßnahmen wurde der Mensch in seinem natürlichen Verhalten beeinträchtigt. Plötzlich gab es Isolationen und man wurde „eingesperrt“, was für jeden von uns eine neue Herausforderung bedeutete. Die Isolation des Menschen hat Folgen, die schnell offensichtlich wurden. Sie sind nicht ausschließlich bei absoluter Isolation zu erkennen, sondern auch dann, wenn man zu intensiven Kontakt auf engem Raum mit seinen Mitmenschen hegt. Hier kann ein Ort der Einsamkeit helfen.

Wir brauchen soziale Kontakte

Für die meisten Menschen ist es erstrebenswert, in der Mitte der Gesellschaft zu stehen. Wir lieben soziale Kontakte und können uns meist keine bessere Unterhaltung vorstellen. Der Freundeskreis ist groß und zu gerne wird mit der Familie Zeit verbracht.

Durch den Ausbruch der Corona Pandemie wurde dieses Leben über den Haufen geworfen. Auf einmal waren wir gezwungen, die Zeit mit der Familie zu erleben. Und zwischen freiwilligem Beisammensein und aufgezwungener Gemeinsamkeit liegen Welten. Das wird oft erst nach einiger Zeit deutlich.

Anfängliche Freude über vermehrte Zeit mit der Familie

Zunächst macht sich bei den meisten Mitmenschen ein Gefühl der Freude breit. Die Kinder sind zu Hause und dürfen Homeschooling machen und der Partner ist im Homeoffice. Man kann also endlich mal Zeit mit den Liebsten verbringen. Aus der Freude am Anfang wird aber schnell eine Belastungsprobe.

Durch die Isolation sind nicht nur Menschen mit einer sozialen Phobie mit Problemen konfrontiert, sondern auch Familien kommen an ihre „Belastungsgrenzen“. Einsamkeit unter den Menschen, die alleine leben, war lange ein Thema, wenn es um Isolationen geht. Doch was ist mit den Familien und den Wohngemeinschaften?

Isolation betrifft alle Bevölkerungsschichten

Das Leben, so wie wir es kennen, war auf einmal vorbei. Wir waren gezwungen zu Hause zu bleiben, mussten unsere Zeit neu einteilen und den Arbeitsalltag sowie die Schulzeiten neu gestalten. Harmonie war sicherlich am Anfang auch bei Ihnen vorhanden. Ob nun mit dem Partner, der sich über vermehrte Zeit freute, oder unter den Kindern. Es schien wie am Schnürchen zu laufen. Bis irgendwann die Nähe zu den Familienmitgliedern oder Wohngemeinschaften zu einem Problem wurde.

Man konnte sich buchstäblich „nicht mehr riechen“. Konflikte und Streitigkeiten innerhalb der Familie entstanden. Sich aus dem Weg gehen, ist geradezu unmöglich.

Wenn in der Gemeinschaft der Wunsch nach einem Ort der Einsamkeit entsteht

Es wird sehr oft die soziale Isolation in Bezug auf die drohende Einsamkeit untersucht. Zunehmend können sich aber auch andere Schwierigkeiten entwickeln, die sich bei zu viel Nähe zeigen. Erfahren wir aufgezwungene Nähe zu unseren Mitmenschen, weil beispielsweise eine Ausgangsbeschränkung gilt oder eine Quarantäne vorliegt, fühlen wir uns genervt. Es entsteht der Wunsch nach einem Ort der Einsamkeit. Sie kennen es vielleicht auch aus anderen Bereichen im Leben. Der Urlaub ist ein Brennpunkt, bei dem viele Familien Streit und Familienkonflikte schildern. Der Grund ist die ungeahnte Zeit miteinander.

Natürlich verbringen wir gerne Zeit mit unserem Partner oder den Kindern, jedoch bestimmen Sie alleine, wann diese Zeit ist. Können Sie diese nicht mehr eigenständig einteilen, reagieren viele Mitmenschen gereizt und genervt.

Schnelle Tipps für den Isolations-Koller

Die nachfolgenden Tipps lassen sich nicht nur bei einer Isolation anwenden, sondern auch im Urlaub. Verbringen Sie ungeahnt viel Freizeit mit Ihren Mitmenschen, ohne dabei einer Freizeitaktivität nachgehen zu können, sollten Sie diese SOS-Tipps beherzigen.

Stopp: „Ich will meine Ruhe“ – Dieser Satz ist deutlich und sollte von allen Mitmenschen respektiert werden.

Ort der Einsamkeit: Während einer Isolation hockt man auf engem Raum aufeinander, deswegen sollte jeder einen Ort bekommen, an den er sich zurückziehen kann.

Spaß muss sein – Hobbys nutzen: Wer zu Hause seinem Hobby nachgehen kann (PC-Spiele, Lesen, Schreiben, Basteln, Tanzen usw.), sollte dieses als „Zufluchtsort“ für Problemmomente nutzen.

Jeder braucht einen Rückzugsort, an dem er einfach für sich sein kann. Seinen Gedanken nachgehen darf und die Ruhe um sich genießen kann.

Ort der Einsamkeit – diese Orte der Auszeit können Sie sich nehmen

Die Isolation in den eigenen vier Wänden wird bei Familien und WG-Bewohnern zu einem Problemfall. Sie sind zu lange mit den Mitmenschen an einem Fleck. Letzteres kann durchbrochen werden, indem man den Ort der Einsamkeit schafft.

Das kann der Rückzug ins Kinderzimmer sein oder die 10 Minuten alleine im Schlafzimmer. Auch ein entspannendes Bad, bei dem niemand stören darf, ist ein Ort der Einsamkeit.

Ist ein Balkon eine Terrasse oder ein Garten verfügbar? Auch dass sind angenehme Rückzugsorte, denn frische Luft belebt und bringt viele Menschen zur Ruhe. Wenn Sie nicht unter Quarantäne stehen, kann ein Spaziergang oder Sport an der frischen Luft helfen, Abstand zu erzielen und sich auszupowern. Irgendwo muss Ihre Energie hin.

Auch Tanzen ist ein schöner Weg, sich von Ärger zu befreien und abzuschalten. Musik an und los geht’s – unbeobachtet macht es am meisten Spaß 😉

 

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